Als wir uns Anfang des Jahres darauf einigten, dass wir dieses Jahr unseren 90er in Namibia drehen werden, hab ich ehrlich gesagt keine Vorstellung davon gehabt, wie schön das Land ist. Doch nach unserer 8-tägigen Recherchereise bin ich hellauf begeistert. Wir freuen uns alle wahnsinnig auf den Dreh im Herbst dieses Jahres. Zumindest wenn nix dazwischen kommt.

Aber zurück zur Reise. Wir, das heißt Eva und Volker A. Zahn (wofür steht wohl das A., Volker?) sind nach Afrika gereist, um uns vor Ort umzusehen. Das grobe Gerüst der Geschichte stand zwar schon vorher, aber es ist ja doch sehr wichtig, dass die Autoren die richtigen Bilder und Locations vorm inneren Auge haben, wenn sie zu Hause am Schreibtisch das Drehbuch schreiben. Wir sind in Windhoek unglaublich herzlich von unserer "Betreuerin" Michaela Bauer in Empfang genommen worden. Sie wird mit ihrer Firma vor Ort später auch den Dreh logistisch betreuen und kennt das Land aus dem Effeff: Gut für uns, denn sie hat uns an wunderschöne Plätze geführt. Los ging's mit unserer Erkundungstour in Windhoek. Eine sehr beeindruckende Stadt, die ihre deutsche Prägung noch nicht ganz verloren hat. Ein wenig komisch muten die deutschsprachigen Straßen- und Geschäftsschilder, die zum Teil noch vorhanden sind, schon an. Aber an den Menschen merkt man, dass man sich echt weit ab der (maß)geregelten Heimat befindet. Und das ist auch gut so. So nette, offene und freundliche Menschen habe ich selten erlebt. Auch die Entspanntheit, mit der der Alltag bewältigt wird, hat einen ganz eigenen Reiz. An Windhoek grenzt Katutura, ein Township, an. Auffallend an diesem Konglomerat von kleinen Steinbauten und Wellblechhütten ist vor allem die Sauberkeit. Zwar sieht man die Armut, aber es wird tatsächlich sehr genau darauf geachtet, dass alles rein ist. Fand ich 'ne spannennde Entdeckung. Nach Katutura und Windhoek sind wir Richtung Swakopmund gefahren. Dieser Ort wird von den Einheimischen selbst das "Altersheim Namibias" genannt. Nun ja, dem ist nicht viel hinzuzufügen... Außer, dass diese Stadt besonders deutsch geprägt ist. Neben deutschen Schildern gibt's hier auch Cafés im besten Deutschprovinzstil und original aussehende Schwarzwälderkirschtorte. Eva meint allerdings, die Sahne sei scheußlich. Wenn ihr also nach Swakopmund kommen solltet - einfach ein Stück Käsekuchen bestellen :-) 

Da wir schonmal da waren, sind wir natürlich auch gleich ein bisschen Boot auf dem Atlantik gefahren. Sehr beeindruckend. Wenn auch ziemlich neblig. Einprägsam war vor allem der Geruch, der von den Endprodukten der Kormorane ausging. Wir haben alle eine Prise mitgenommen, die einem sofort ins Riechgedächtnis kommt, wenn man auch nur daran denkt. Ansonsten sind natürlich die Delfine, die Robben und all die anderen Meerestiere ein absolutes Erlebnis gewesen.

Apropos Tiere. Was so ein echter Afrikatourist ist, der muss natürlich auch auf Safari. Allerdings nennt man das in Namibia "Game Drive". Und so kamen wir uns auch ein bisschen vor. Ein großer Spielplatz für Farmer mit ihren Jeeps, denen kein Berg zu steil, kein Pfad zu schmal und kein Wasser zu tief war, um schissige Khakimänner ( und -frauen) durchzuschleifen. Zum Glück wussten unsere Guides halbwegs, was sie taten und so wurden die Tierfütterungen zum echten Highlight. 

Ein weiteres Highlight, oder sagen wir besser, eine sehr einprägsame Erfahrung war eine Übernachtung auf einer Lodge. Leider regnete es da unglaublich viel (was es eigentlich die ganzen 8 Tage machte, aber auf der Lodge war es am nervigsten). Das Problem an dem Regen war nicht der Regen oder das Gewitter (naja, das war doch schon ein Problem...), sondern, dass man etwas "gefangen" war. Am Nachmittag wurde ein Bus voller echter Khakimänner (also die Sorte Touris mit Tropenhelm...) abgeladen. Es wurde dann lustiger als gedacht und wir verkrochen uns am Abend nur widerwillig in unsere dunklen, kleinen Schlafhütten. Dann kam aber das echte Problem. Erwähnte ich meine Spinnenphobie? Nein? Nun, was soll ich sagen...Ja, da waren welche. Und ja, ich hatte Angst. Und ja, ich habe die Zahns nachts aus dem Bett geholt, damit sie todesmutig ein besonders schönes Exemplar neben meinem Klo erledigten. So ein Heldendienst verpflichtet auf Lebenszeit, dessen bin ich mir bewusst... Aber auch diese Nacht ging irgendwie vorbei - wenn auch nicht ungestört, denn die Löwen brüllten sehr laut und sehr nah. Am nächsten Morgen war Afrika wieder toll und wir fuhren wieder Richtung Windhoek. 

Auch wenn dieser Bericht es nicht vermuten lässt - wir haben auch sehr viel gearbeitet! Und so sind wir in der Entwicklung der Geschichte gut voran gekommen und haben dank der tollen (ich muss es echt so nennen) Betreuung von Michaela, aber auch von unserem speziellen Freund Georg unglaublich viel gesehen. Ich bin sehr gespannt, wie das Projekt weitergeht und stelle auch mal ein paar namibische Fotos rein. Ich habe nämlich heldenhaft neben der Videokamera auch den Fotoapparat bedient - was mir viel Spott und noch mehr Material eingebracht hat. Falls ihr auch was von den Bewegtbildern sehen wollt, könnt ihr das ja kundtun.

Damit ende ich mal mit meinem Namibiabericht und wünsch euch ein traumhaftes Wochenende.

Liebe Grüße,

Henriette